Ein wenig verblüffend mag es durchaus sein, dass der Mobilgeräte-Hersteller als Nummer 2 des Weltmarktes bisher tatenlos mit ansah, wie andere Anbieter mit eigenen Plattformen für mobile Dienstleistungen zusätzliche Einnahmequellen erschlossen, während man selbst aber keine diesbezüglichen Aktivitäten erkennen ließ. Doch diese Zeiten sollen nun endgültig der Vergangenheit angehören, dafür soll Bada, das neue System aus dem Hause Samsung ab dem kommenden Jahr sorgen.
Den Namen des Modells haben die Koreaner durchaus bewusst gewählt. So bedeutet Bada übersetzt etwa Ozean, was für die potentiellen Nutzer möglicherweise schon jetzt auf die weitreichenden Angebote hinweisen könnte, die Samsung als Konkurrenz zu den bestehenden Portalen der anderen Unternehmen bereitstellen will für seine neuen Kunden. Angst vor großen Worten hat man bei Samsung nicht und spricht dementsprechend selbstbewusst von einer Kultplattform, die man als Hersteller demnächst bieten will.
Unkritisch sehen Experten die Ankündigungen allerdings nicht. Mancherorts spekuliert man, dass Samsung vor allem deshalb mit Bada auf den Markt kommt, weil Apple, RIM und andere Anbieter bereits große Erfolge feiern konnten. An diesem nach wie vor florierenden Markt für Internetdienstleistungen fürs Handy möchte Samsung natürlich mitverdienen, um dem direkten Konkurrenten Nokia das Feld nicht allein zu überlassen. Große Pläne hat das Unternehmen.
Tausende Entwickler sollen zukünftig Software-Lösungen für Smartphones entwickeln. Viele der neu entstehenden Programme sollen auf den kommenden Kollektionen der Samsung-Smartphones als Anwendungen vertreten sein. Eine Erfolgsgarantie sehen viele Insider gerade im Zeitpunkt für den Marktstart von Bada. Zu spät sei es bereits, man habe sich zuviel Zeit gelassen, während andere Anbieter deutlich früher den Schritt gewagt haben. Mit Unverständnis wird zudem betrachtet, dass Samsung sich angesichts des großen Erfolges und stolzen 55 Millionen verkauften Neugeräten allein im zweiten Quartal dieses Jahres nicht auf sein Kerngeschäft konzentriert.
Immerhin bringt man es inzwischen auf mehr als 19 Prozent Marktanteil bei den Handyverkäufen weltweit. Bei den Smartphones allerdings läuft es deutlich weniger rund. Im Highclass-Segment bringt es Samsung nur auf etwa drei Prozent. Die Bada-Plattform soll hier Abhilfe schaffen. Dafür soll insbesondere die hohe Anpassungsfähigkeit der Programme sorgen, die für Netzbetreiber als extrem reizvoll angepriesen wird beim Hersteller Samsung.
12. November 2009 um 23:59
Wohl ein mehr oder minder verweifelter Versuch von Samsung auch noch auf den Smartphone-Zug aufzuspringen der ihnen dank Apple und co. schon längst vor der Nase weg gefahren ist. Irgendwie scheint es mir als würden die einfach nur nachmachen was andere schon längst vorgemacht haben. So wird man kein Marktführer…