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Mrz 07

Schon einmal hatte der Staat in Deutschland mit der Versteigerung freier Frequenzen im Mobilfunksektor ordentlich Geld in die leeren Staatskassen geholt. Im Rahmen einer Großauktion, der ersten dieser Art, wurden umgerechnet etwa 50 Milliarden Euro eingenommen, als im Jahr 2000 sechs Unternehmen aus der Telekommunikationsbranche tief in die Taschen gegriffen hatten, um ein Stück vom Kuchen – also den versteigerten UMTS-Lizenzen abzubekommen. Damals wurden knapp 145 Megahertz versteigert. Und auch für die erneute bevorstehende Versteigerung erhofft man sich bei der Bundesnetzagentur üppige Einnahmen.

Zur Auktion (auch wir berichteten an dieser Steller bereits mehrfach über die Planungen der Versteigerung) kommen am 12. April Frequenzen, die vormals für Rundfunk genutzt worden waren, nun aber aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung nicht mehr für ihren eigentlichen Zweck benötigt werden. Zeitweise hatten sechs Konzerne Interesse an der so genannten „Digitalen Dividende“ – den Frequenzen im Bereich von 800 Megahertz aus dem früheren analogen Radionetz – sowie die Frequenzen 1,8 Gigahertz, 2,0 GHz und 2,6 GHz angemeldet.

Von diesen sechs Unternehmen sind nach aktuellen Meldungen inzwischen nur noch die üblichen Verdächtigen übrig geblieben, nämlich Marktführer T-Mobile, E-Plus, Vodafone D2 sowie Telefonica O2. Also haben sich einmal mehr die vier großen Provider als potentielle Käufer heraus kristallisiert, nachdem ein Interessent die Auflagen der Bundesnetzagentur nicht erfüllen konnte und ein weiterer möglicher Bieter freiwillig seine Interessensbekundung zurückgezogen hatte. Die Netzagentur bestätigte bereits, dass nur noch vier Bewerber im Rennen um die UMTS-Frequenzen und der freien Dividende sind.

Vor allem auf letztere halten die Bewerber derzeit große Stücke, weil diese Frequenzen dazu dienen können, bisher wenig oder gar nicht erschlossene ländliche Gegenden zu versorgen, in denen eine mangelhafte Antennenabdeckung gegeben ist. So könnte die schlechte Versorgung mit DSL Haushalte auf dem Land schon bald endlich ans Netz bringen. Für die Bundesregierung ist diese Anbindung bisher benachteiligter Regionen so bedeutend, dass sie die Versorgung sogar zu einer Prämisse für den Verkauf der Lizenzen gemacht hat. Spätestens zum Ende dieses Jahr sollen alle Haushalte ohne DSL eine Nutzungsmöglichkeit erhalten infolge der Auktion.

Nur wer diese Auflage als Anbieter von Breitband-Internet zu erfüllen bereit ist, kann an der Versteigerung überhaupt teilnehmen. Nach wie vor gibt es kritische Stimmen wie die der EU-Kommissarin Reding und die der beiden Netzbetreiber O2 und o2. in allen Fällen geht es darum, dass die beiden kleineren Provider schon jetzt bei der Frequenzvergabe benachteiligt seien. O2 und E-Plus hoffen auf den Ausgleich dieses bestehenden Ungleichgewichts durch eine bevorzugte Position bei der Auktion. Bei der Netzagentur sieht man dieses Problem bisher nicht in gleicher Form.

 

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