Dass man die eigenen unternehmerischen Erfolge in kritischen Situationen nicht dem Zufall überlassen sollte, hat man bei Nokia stets vor Augen. Und so erklärt es sich dann auch, dass es schon heute eine neue erwähnenswerte Meldung aus dem Umfeld des finnischen Mobilfunk-Konzerns zu erwähnen gilt. Einmal mehr setzt die Nummer eins unter den weltweiten Handy-Herstellern auf eine innovative und vielversprechende Kooperation. Nokia will schon in der kommenden Woche auf der unternehmenseigenen Messe Nokia World (2. und 3. September in Stuttgart) einen brandneuen Bezahldienst für die Verwendung auf dem Mobiltelefon vorstellen. Als Partner haben sich die Finnen Unterstützung aus den USA geholt. Das Startup-Unternehmen Obopay soll Nokia helfen, Finanz-Portal aufzubauen, das die Amerikaner auf ihrem Heimatmarkt bereits in vergleichbarer Form etabliert haben. Das Angebot soll Nokia Money heißen und grundsätzlich einerseits für alle Mobilfunk-Netze genutzt werden können.
Zudem soll die Plattform nicht ausschließlich mit Nokia Geräten, sondern auch allen Handy eingesetzt werden. Nokia Money – mit diesem Ansatz soll das Handy endgültig zum mobilen Zahlungsmittel und Bankkonto werden. Einkaufen und Bezahlen sollten laut Nokia zum Jahresbeginn 2010 mobil über die eigene Handynummer möglich werden. In der jetzigen Phase des Projektes wird im Rahmen der noch jungen Kooperation zwischen Obopay und Nokia ein strategisches Netz aus so genannten Servicepunkten aufgestellt, das in überall auf der Welt die Bezahlvorgänge vereinfachen soll und auch bisherige Schwierigkeiten wie etwa Komplikationen beim Geldumtausch und Wechselkurs fremder Devisen im wahrsten Sinne des Wortes aus der Welt schaffen soll. Besonders vorteilhafte Veränderungen verspricht man bei Nokia allerdings weniger für den Markt in Europa. In erster Linie will man mit dem neuen Bezahl-Service schnelle Erfolge in den Schwellen- und Entwicklungsländern erzielen.
Die aufgestellte Rechnung im Hause Nokia ist leicht verständlich. Während es weltweit nur etwas mehr als 1,6 Milliarden Konten bei Banken gibt, bringt der Sektor Mobilfunk inzwischen auf über vier Milliarden Geräte. Der Traum ist nahe liegend: Wenn der Plan ideal aufgehen sollte, könnte das Modell Nokia Money viele vom Bankensystem unzureichend erschlossene Regionen als Ersatz für das Bankkonto zum Ersatz werden. Die Kooperation mit dem US-Unternehmen ist dabei nicht unbedingt verwunderlich oder gar überraschend. Denn Nokia hatte schon vor einiger Zeit Kapital in das Unternehmen investiert, um so die Entwicklungsabläufe zu beschleunigen. Mit dem neuen Zahlungsformat hat Nokia nun neben dem kommenden Handy auf Basis von Linus-Software und den neuen hauseigenen Netbooks ein drittes heißes Eisen für die bevorstehende Nokia World im Feuer, bei dem die Branche ungeduldig weiterer Informationen harrt.
29. August 2009 um 22:24
Das wäre ja mal ne tolle Erfindung, wenn es sich durchsetzt. Doch irgendwie zweifel ich dran… Es gibt inzwischen so viele versch. Standarts für sowas. Den Geldchip auf der EC-Karte z.B. den nutzt doch auch kein ***** oder?
Wahrscheinlich wird Nokia Money auch so enden…
2. September 2009 um 19:59
Ich finde das eigentlich gut. Warum soll Nokia nicht den Anfang machen?? Wieso so pessimistisch mutti?