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Dez 30

Auch wenn das Thema am heutigen Tage in aller Munde ist und überall darüber berichtet wird. Die Frage nach der Abhörsicherheit der Handys ist im Zuge der aktuellen Aktion des CCC – des bekannten und bei IT-Konzernen berüchtigten Chaos Computer Clubs – wichtiger denn je für die Verbraucher. Und allemal so wichtig, dass die aktuellen Meldungen an dieser Stelle nicht außen vor bleiben dürfen. Im Rahmen eines Hackerkongresses mit dem Titel 26C3 hat der Club einmal einen technischen Coup gelandet, indem die Experten ohne professionelles Equipment die Verschlüsselung des Mobilfunkstandards GSM durchbrochen haben.

Was auf den ersten Blick für die User als Spaß unter den Hackern unter dem Motto „wer will schon meine Gespräche abhören?“ abgetan werden könnte, hat aber durchaus noch einen anderen ernsten Hintergrund. Denn neben den Telefonaten können durch das Hacken des Verschlüsselungscodes auch die Userdaten kontrolliert werden, die im Bereich des mobilen Internet übertragen werden. Spätestens an dieser Stelle wird auch dem Laien klar, welches Sicherheitsrisiko den Handynutzern drohen kann, und infolge dessen ein finanzieller Schaden entstehen könnte. Gerade die so genannten Smartphone werden schließlich in steigendem Maße weniger als reines Telefon denn als Multimedia- und Web-Gerät eingesetzt, um Dinge zu kaufen und zu bezahlen oder Bankgeschäfte zu tätigen.

Wenn diese empfindlichen Daten schon mit banalen Mitteln – wie das Experiment des CCC unter Beweis stellt – durchführbar sind, wie steht es dann wirklich um die Sicherheit im Bereich des Mobilfunks für die Verbraucher? Einen anderen Schutz als die mittlerweile stolze 20 Jahre alte GSM-Verschlüsselung gibt es aber leider derzeit nicht, zumindest nicht für normale Durchschnittsnutzer. Dabei ist der Versuch der Hacker nur die Ausführung einer theoretischen Möglichkeit der Entschlüsselung, von der Experten schon lange wussten. Das GSM-Netz, so die nahe liegende Herleitung als Folge der Aktion und somit auch das eigentliche Ziel, ist für die Übermittlung sensibler Daten eigentlich nicht geeignet.

Problematisch ist dies nicht zuletzt, weil dieser Standard von mehr als 200 Mobilfunk-Netzanbietern eingesetzt werde. Doch schon mit einem günstigen Empfänger und einen ganz normalen PC ist das Knacken des Codes machbar.
GSM-Verschlüsselung hat Hintertür für Polizei. Der CCC macht sich mit seiner Forderung nun dafür stark, dass es so schnell wie möglich adäquaten und zeitgemäßen Ersatz der überholten Technologie für die Mobilfunkkunden geben müsse. Die für diese Frage verantwortliche GSM Association sei es den Verbrauchern schuldig, sofortige Maßnahmen zu ergreifen.

Bei der GSMA plant man zwar die Umstellung vom alten Algorithmus mit Namen A5/1 auf den besseren und aktuelleren Standard A5/3. Jedoch zweifelt man bei der Vereinigung vergleichsweise ruhig an, dass die Attacke des CCC faktisch wirklich tagtäglich drohen könnte für die Handynutzer. Unangenehme Hintergrundinformation: Der Verschlüsselungsalgorithmus A5/1 an sich stellte seinerzeit sowieso eine Art Kompromiss dar. Denn für die Geheimdienste und die Polizei sollte es damals technisch möglich sein, auf die Daten der Handynutzer zuzugreifen. So ist es im Grunde nur ein Zufall, dass Hacker diesen Versuch nicht schon viel früher gewagt haben. Zum Glück für die Verbraucher, die bisher glimpflich davongekommen sind.

 

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  • Keine Antworten zu “CCC weist Sicherheitsmängel beim GSM-Standard nach”

    1. Igor sagt:

      Habe ich heute auch im Radio gehört dass mit dem CCC. Es wäre ja echt der Hammer wenn es stimmen würde!!! Dann wäre Banking mittels Handy wohl alles andere als sicher…

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