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Jan 11

Für die Hersteller von Handys und die Mobilfunk-Betreiber sind es nach eigener Aussage vor allem die so genannten Schwellenländer, die reichlich Spielraum für weiteres Wachstum bieten sollen, während die Märkte in den USA und in Europa erst einmal weitgehend gesättigt scheinen. Ein Land, in dem es derzeit recht gute Aussichten auf einen regelrechten Boom gibt für die Anbieter auf dem Markt, ist das ostafrikanische Land Kenia. Das jedenfalls lässt ein aktueller Beitrag im Magazin Spiegel deutlich werden. Insbesondere die Geldüberweisungen über das Handy werden dort zunehmend gefragter bei den Usern. Kenia und die Handybranche wirken angesichts der zahlreichen wirtschaftlichen Probleme im Land fast wie ein Widerspruch in sich, doch der Sektor ist von einem imposanten Aufschwung geprägt.

Dafür sorgen nicht zuletzt die günstigen Konditionen für die Nutzung des Mobiltelefons, hinzu kommt die Tatsache, dass die Technologie im Land für den Normalbürger noch recht neu nutzbar ist. Für das alltägliche Leben wird das Handy als erhebliche Erleichterung wahrgenommen. Damit ist Kenia voll im Trend, denn der gesamte afrikanische Kontinent ist statistisch derzeit der Handy-Markt mit dem größten Potenzial und der schnellsten Entwicklung. Geringe Kosten für die Anschaffung eines Handys sind nicht der einzig wichtige Aspekte für das rasche Wachstum. Vor allem hilft die zunehmende Vernetzung aus rein wirtschaftlicher Sicht. Bisher war die Kommunikation etwa für Berufstätige im Handwerk kompliziert.

Mit der modernen Mobilfunktechnik kann seit einiger Zeit auch in Kenia früher reagieren und ihren Arbeitsalltag planen. Das bringt mehr Profit und – vor allem auch für die Landwirtschaft und die Fischindustrie – Planungssicherheit bei der Organisation, ohne dass Ressourcen wegen unpräziser Kalkulationen verschwendet werden. Problematisch indes gestaltet sich der Wettbewerb zwischen den Anbietern. Zwar hatten die Konditionen zeitweise deutlich nachgegeben, zwischenzeitlich stiegen die Kosten aber erheblich an. So sah sich kürzlich gar der Premierminister Kenias gezwungen, sich für Tarifsenkungen zum Wohle der steigenden Userzahl stark zu machen.

Für das enorme Wachstum sind nicht zuletzt scheinbar auch Flexibilität und Kreativität bei den Providern verantwortlich. So können die Nutzer ohne finanzielle Mittel ihre Gespräche vom Handy etwa über einen kurzfristigen Kredit mit wenigen Tagen Laufzeit finanzieren, auch wenn die Zinsen eher mit einem Dispokredit vergleichbar sind. Zudem können Guthaben von einem Mobiltelefon auf das andere übertragen werden. Das derzeit größte Problem ist wohl das der Netzabdeckung. In Abhängigkeit von der Wohngegend gestaltet sich das Telefonieren oder der SMS-Versand denkbar schwierig. Dennoch besitzt mittlerweile statistisch jeder zweite der 40 Millionen Einwohner Kenias ein Handy.

Besonders gefragt sind die mobilen Überweisungsvorgänge bei den kenianischen Mobilfunk-Kunden. Inzwischen werden Monat für Monat Überweisungen mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet rund 200 Millionen Euro über das Handy durchgeführt, bei steigender Tendenz. Schon bald konnte das Handy der Kreditkarte ernst zu nehmende Konkurrenz einbringen. Mit Kreditkarten werden monatlich momentan etwa Umsätze im Umfang von 300 Millionen Euro erzielt. Der Hintergrund dieser Entwicklungen ist durchaus interessant: Während nicht einmal 20 Prozent der Bürger ein Bankkonto besitzen, gewinnt das Handy als wirtschaftlicher Faktor zunehmend an Bedeutung.

Kein Wunder also, dass verstärkt Betreiber aus dem arabischen Raum und den inzwischen erschlossenen afrikanischen Nachbarländern auf den Markt Kenias drängen. Schon jetzt können die Mobilfunk-Kunden beispielsweise ihre Strom- oder Wasserrechnungen per Handy bezahlen. Selbst im Supermarkt kann per Handy bezahlt werden. Weitere Branchen rüsten derzeit mit großem finanziellem Aufwand nach. Zunehmend werden sogar Löhne auf das Handykonto transferiert. Ein weiterer Vorteil ist dementsprechend im Bereich der Sicherheit zu finden.

Die Handy-Überweisungen können vielerorts das Risiko eines Überfalls deutlich senken. Ganz abgesehen vom Binnenmarkt könnten die mobilen Veränderungen in Kenia zeigen, was auch im Westen noch alles möglich sein könnte für den Einsatz des Handys. Gerade in Zeiten des Kreditkarten-Missbrauchs bieten sich hier viele Möglichkeiten. Von den anderen Einnahmequellen in der so genannten Dritten Welt für die international aktiven Mobilfunk-Provider ganz zu schweigen.

 

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