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Jul 23

Eigentlich ist verwunderlich, dass die Forschung den Mobilfunk erst vor einigen Jahren als denkbar dienliche Quelle für Datenerhebungen der unterschiedlichen Arten erkannt hat. Denn wenn Netzbetreiber und Behörden wie die Polizei die Handy-Nutzer orten und Daten auswerten können, wieso sollten derartige Fakten nicht auch der Wissenschaft helfen? Immerhin führen die Verbraucher ihre Handys immer und überall mit sich. Dementsprechend nahe liegend ist nun die Kooperation von Forschern der Stuttgarter Universität mit dem größten deutschen Netzbetreiber T-Mobile im eigentlichen. Involviert in die Zusammenarbeit sind zudem das baden-württembergische Ministerium des Inneren und die Städte Stuttgart und Karlsruhe. Thematisch geht es bei dem so genannten Verbundprojekt um Daten für den Straßenverkehr. So steht im Zentrum der Datenerfassung die Frage, ob und inwieweit sich Mobiltelefon-Daten eignen, um aus ihnen Aussagen über die regionalen Verkehrslagen abzuleiten. Ziel des Projektes wäre im Idealfall, auf Basis der Handy-Daten optimale Verkehrsführungen zu realisieren. So werden die Daten der Handys als Quellen für die Erfassung von Geodaten verwendet. Auf digitalen Karten werden diese dann zusammengefasst.

Der Vorteil im Vergleich zu herkömmlichen verkehrswissenschaftlichen Erhebungen ist leicht erkennbar: sechs von zehn deutschen Autofahrern haben inzwischen ein Handy bei sich, bei weiterhin steigender Tendenz. So können die Wissenschaftler im Falle eines Erfolgs deutlich bessere und treffsichere Verkehrsleitsysteme entwickeln, die gerade in den Ballungszentren der Republik das Verkehrsaufkommen sinnvoller regeln und die vielerorts angespannte Situation durch entsprechende Maßnahmen entschärfen könnten. Erhoben werden die jeweiligen Daten dabei auf Basis so genannter Local Areas. Verlässt ein Verkehrsteilnehmer diese Zonen und tritt in eine andere Region ein, werden die Daten in Form eines Local Area-Updates (kurz: LAU) an das neue System übermittelt, um Veränderungen in den Karten festhalten zu können.

Am Lehrstuhl für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik verspricht man sich vom neuen Projekt, bei dem es um die Auswertung der „Floating Phone Data“ – also der sich stetig verändernden Daten der jeweiligen Handy-Nutzer – geht, schon bald deutlich besser Straßennetze gestalten Aussagen zu können, indem das Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer durch die Einbindung in so genannte Map-Matching-Algorithmen analysiert wird. Am Ende könnte ein Verkehrsmodell stehen, dass weitgehend ohne Staus und die üblichen übermäßigen Verkehrsaufkommen rasche Fortbewegung ermöglicht. Bis dahin jedoch haben die Forscher noch reichlich Auswertungsarbeit vor sich. Für die nötige Repräsentativität der Datenerfassung sorgt jedenfalls die Zusammenarbeit mit T-Mobile, denn der üppige Marktanteil kann stellvertretend für alle anderen Netze ausgewertet werden.

 

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