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Jul 08

Manchmal lohnt auch beim Mobilfunk der Blick über den heimischen Tellerrand, um zu erkennen, wie gut es einem selbst eigentlich geht. Denn noch immer beklagen sich viele deutsche Handynutzer nur zu gerne über zu hohe Minutenpreise, Kosten für die Mailbox-Abfrage und überteuerte Tarife für Kurznachrichten und die monatlichen Grundgebühren. Wer indes für Beschwerden dieser Art wirklich einen Anlass hätte, sind die Mobilfunkkunden in der Alpenrepublik Schweiz. Während anderswo die Netzbetreiber über schwindende Einnahmen aus dem Geschäft mit dem mobilen Telefonieren wenige begeistert sind, sind die Kosten für die Handynutzung im Steuerparadies Schweiz gravierend höher als in Deutschland und den Ländern der Europäischen Union. Allerdings kann dies nicht als grundsätzliche Verallgemeinerung verstanden werden.

Durchschnittlich liegen die Mobilfunkkosten für Schweizer Kunden bis zu 80% höher als in der EU. Diese Größenordnung bezieht sich jedoch in erster Linie auf die Kunden, die mit ihrem Handy nur selten einen Anruf tätigen oder eine Kurznachricht versenden und zu diesem Zweck einen Festvertrag nutzen, in der Schweiz nennt sich dieses Modell Abonnement. Etwas besser stehen die Kunden mit einer Prepaid-Karte da, die vergleichsweise viele Gespräche führen. Doch selbst in diesem Bereich liegen die Kosten noch bei knapp 51 Prozent mehr als im EU-Durchschnitt. Ein Erklärungsansatz für die hohen Mobilfunkkosten zeigt sich beim Blick auf die Kundenzahlen in der Schweiz.

So verfügt das Unternehmen Swisscom noch immer einen Marktanteil von deutlich mehr als 60 %. Die größten Anbieter in der EU bringen es gerade auf durchschnittlich 38,3 Prozent. Für den Wettbewerb sind Anteile wie in der Schweiz natürlich Gift. Dennoch stieg die Zahl der genutzten Mobildienstleistungen vor Ort im vergangenen Jahr nach Aussage der Bokom erneut um rund sechs Prozentpunkte. Insgesamt gibt es inzwischen mehr als 8,54 Millionen Handynutzer in der Schweiz. Überraschend dabei: Anders als in der EU werden in der Schweiz nur in rund 42,7 Prozent der Fälle Prepaid-Karten genutzt. In der EU haben diese Produkte einen deutlich größeren Stellenwert.

 

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