Die Erklärung für den Preisverfall, den viele Anbieter von Mobilfunk-Dienstleistungen aktuell zu bedenken geben, ist mehr als einfach. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Unternehmen in dieser Branche wie kaum in einem anderen Wirtschaftsbereich zugenommen. Zunehmender Wettbewerb und größere Auswahl ist der denkbar beste Motor, um die Preise sinken zu lassen. Dies wiederum ist für die Kunden die bestmögliche Entwicklung, um zwar die Kosten zu senken, dafür aber nicht auf die übliche hohe Qualität zu verzichten, die im deutschen Mobilfunk-Sektor mittlerweile Standard ist. Für die Anbieter präsentiert sich dieser fortgesetzte Rückgang der Handy-Tarife erwartungsgemäß weniger positiv.
So berufen sich die Anbieter auf aktuelle Zahlen, die besagen, dass die Kosten pro Gesprächsminute im Mobilfunk-Segment binnen einer Frist von nur zwei Jahren bis zum Jahr 2011 so deutlich auf ein Niveau sinken werden, das gerade mal die unternehmerischen Kosten für die Bereitstellung der technischen Voraussetzungen abdecken kann. Ob es sich bei diesen Befürchtungen nun ausschließlich im Jammern auf hohem Niveau handelt, oder ob die Sorgen berechtigt sind, bleibe dahin gestellt. Noch liegen die Gewinne in einer Größenordnung von etwa 16 Prozent, diese jedoch sollen in der Zeitspanne in der gesamten Höhe schmelzen. Eine Untersuchung eines Beratungsunternehmens mit rund 100 Mobilfunk-Konzernen als Teilnehmer zeigt nun eindringlich, wie die Anbieter sich gegen die drohenden Gewinneinbrüche schützen wollen.
Als einzig probates Mittel zur Stabilisierung sehen die Konzerne umfangreiche Kooperationen auf dem europäischen Mobilfunk-Markt. Die bestehenden Netze müssten gemeinsam genutzt werden, um Kosten zu senken und effizienter im Miteinander zu arbeiten. Vor allem für Neueinsteiger auf dem Markt lautet der Schlüsselbegriff für den erfolgreichen Start also zukünftig oder schon heute Network Sharing. Dieser Ansatz soll Einsparungen in einer Größenordnung von bis zu 79 Prozent ermöglichen. Allein Betriebskosten sollen durch die Zusammenarbeiten um rund 40 Prozent niedriger ausfallen. Für die Kunden liegt ein anderer Gedanke nahe: Wenn Kooperationen die Kosten so drastisch senken: Wieso zahle ich dann nicht noch weniger für meinen Handyvertrag?