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Nov 18

Was unter Ottonormalverbrauchern trotz des großen Lauschangriffes vollkommen unproblematisch vonstatten geht, ist bei wichtigen Politikern in der Regel durch nicht so ohne weiteres möglich. Worum es geht, ist sicher bereits offensichtlich: Mobiles Telefonieren oder der Versand von Kurznachrichten ist für die ranghohe nationale und internationale Politprominenz durchaus kompliziert.

Denn wegen der bestehenden Abhör- und Spionagegefahr kann beispielsweise die Bundeskanzlerin nicht mal einfach so mit einem normalen Handy bei Minister XY anrufen. Noch aufwendiger werden die nötigen Sicherheitsvorkehrungen dann, wenn die Gespräche über Landesgrenzen hinaus geführt werden. Dementsprechend liegt es nahe, dass Politiker wie Kanzlerin Merkel besondere Handys mit höchsten Sicherheitsstandards verwenden müssen.

Die so genannten Krypto-Handys sollen dafür sorgen, dass keine unbefugten Zuhörer unbemerkt an den Gesprächen teilnehmen können. Top Secret muss alles sein, wenn die Kanzlerin zum Mobiltelefon greift. Alle Gespräche und Daten wie E-Mails, Faxe oder SMS von den Politiker-Handys werden nach einem speziellen Code verschlüsselt. Laut aktuellen Pressemeldungen sollen allein die speziellen Chips als Speichermedien in den Handys mehr als 2600 Euro kosten, pro Stück.

Nach derzeitigen Gerüchten sollen etwa 5250 Krypto-Handys beim Anbieter Secusmart in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf bestellt worden sein. Das Innenministerium bestätigt diese Meldungen nicht. Die Gesamtmenge der 5250 sicheren Geräte könnte neben der Technik von Secusmart auch durch andere Technologien wie spezielle Bluetooth-Geräte vom Anbieter Rohde & Schwarz aufgerüstet werden. Bekannt ist inzwischen, dass das Innenministerium rund 4000 Taschencomputer bei T-Systems (der Tochter der Telekom) geordert haben soll.

Gedacht sind die Geräte nicht nur für die hohen Politiker in Bund und Ländern, sondern auch für Regierungsbeamte und Mitarbeiter wichtiger Behörden des Bundes. Die Anschaffung der vermeintlich abhörsicheren Mobiltelefone und Smartphones schlägt nach derzeitigen Berichten mit rund 15 Millionen Euro zu Buche. Das Beste hat eben seinen stolzen Preis. Mit welchen Sicherheits-Technologien die Geräte ausgerüstet werden sollen, wird die Presse möglicherweise gar nicht erst erfahren.

Fraglich bei den kostspieligen Chips und Smartphone, die der Bund mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket bezahlt: Wie lange wir die verschlüsselte Kommunikation den Angriffen von Hackern standhalten können. Schon früher waren Bemühungen zur Gewährleistung einer Abhörsicherheit fehlgeschlagen. Experten geben hierbei aber der mangelnden Geschwindigkeit der älteren Systeme die Schuld. Mit den neuen Möglichkeiten soll höchste Sicherheit erreicht werden.

 

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