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Jan 04

Im so genannten realen Leben ist das Stalking in den vergangenen Jahren immer häufiger zu einem großen Problem geworden, von dem vor allem Frauen betroffen sind. Meist handelt es sich bei den Stalkern um frühere Lebenspartner oder –Partnerinnen, die sich mit der Trennung nicht abfinden können und durch ständige Anrufe und Bedrängung den Opfern des Stalkings das Leben nur allzu oft zur wahren Hölle werden lassen. Nun jedoch weisen aktuelle Auswertungen von Anzeigen immer öfter darauf hin, dass das digitale Stalking – also per Handy oder über das Internet – zunehmend an negativer Bedeutung gewinnt.

Rund 40 Prozent der Täter und Täterinnen stellen den Opfern inzwischen auf diesem Wege über die modernen Medien nach, statt ihnen wie früher aufzulauern oder die Opfer auf dem Festnetz unflätig zu beschimpfen und zu bedrohen. Das Problem mit dem so genannten Cyber-Stalking aber ist: Die Betroffenen erfahren oftmals erst spät, dass Fotos von ihnen auf einschlägigen erotischen oder gar pornografischen Webseiten zu finden sind.

Das Herunterladen der Bilder ist mitunter kaum geschützt, so dass der weiteren Verbreitung der Fotos an anderer Stelle im Web durch Dritte fast nichts im Wege steht. Kenner der Stalking-Problematik warnen nun davor, dass sich das Problem weiterhin versselbständigen könnte in den kommenden Jahren. Insbesondere das Handy ist hier problematisch. Durch nicht registrierte Handys können Betroffenen Unmengen von beleidigen oder bedrohenden SMS zugesendet, Drohanrufe können oft ebenfalls von der Polizei nicht zurückverfolgt werden aufgrund der Flut von nicht bekannten Handynummern auf dem Mobilfunk-Markt.

Laut den Experten des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main, die sich mit der Thematik befassen, sind insgesamt 86 Prozent der Stalking-Opfer Frauen. Dass das virtuelle Stalking so zunehmen konnte, ist auch auf den vielfach zu fahrlässigen Umgang mit den eigenen Passwörtern zurückzuführen. Gerade das Mobiltelefon ermöglicht den Tätern regelrecht freie Hand bei der Kontrolle der Opfer. Für die Betroffenen wiederum ist die ständige Flut von Kurznachrichten oder die Weitergabe ihrer persönlichen Daten im Web an Dritte eine Bedrohung, die zu einer regelrechten Ohnmacht führt.

Denn der „Feind“ ist bei dieser Vorgehensweise noch weniger greifbar als bei der herkömmlichen Stalking-Bedrohung. Als kritisch stufen Experten auch die Möglichkeit der Ortung von Handys und Smartphones via GPS ein. So können die Stalker ihre Opfer noch gezielter kontrollieren. Moderne Dienste im Web erlauben zudem das Mitschneiden von Gesprächen oder das Anfertigen von Kopien von Telefonlisten der Opfer. Gegen den technischen Fortschritt sind die Spezialisten nicht. Doch sie rufen die Verbraucher zu mehr Vorsicht im Umgang mit ihren eigenen Daten und der Handynummer auf. So lässt sich das Risiko wenigstens bedingt kontrollieren.

 

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  • Keine Antworten zu “Immer öfter Stalking-Delikte per Handy und Web”

    1. Elena sagt:

      Naja, teilweise sind die Leute aber auch selber schuld wenn sie sich bei zahlreichen Sozialen Netwerken anmelden und dort (freiwillig) alles über sich preisgeben oder auch wenn sie Ortungsfunktionen auf dem Handy zulassen. Man sollte es Stalkern schon nicht so einfach machen.

    2. Flug sagt:

      Ich kann das leider alles nur bestätigen. Ich selber hatte schon meinen eigenen Stalker. Es ist wirklich erschreckend, an was für Daten er gekommen ist und welche unterschiedlichen Wege er auf sich genommen hat um irgendwie mit mir Kontakt auf zu nehmen. Ich frage mich heute noch teilweise wie er an meine ganzen Daten, Telefonnummern etc gekommen ist. Wirklich erschreckend. Und die Polizei hat auch nicht wirklich was unternommen. Erst als ich mir neue Handynummern etc hab gegen lassen und weggezogen bin, habe ich meine Ruhe gehabt. Und selbst heute kann ich immer noch nicht in Ruhe und ohne Angst auf die Straße gehen!!

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