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Okt 09

Frei nach dem Motto „was Familien Zuhause machen, ist ihre Sache“ zieht man in Frankreich nun auch auf politischer Ebene in Erwägung, aus gesundheitlichen Gründen wenigstens an Schulen den Gebrauch von Mobiltelefonen per Gesetz zu untersagen für den Nachwuchs. Schon seit einigen Monaten mehren sich die Forderungen in Richtung von verschiedenen Vereinigungen, die auf die Risiken der Handystrahlung und vermeintlich giftige Inhaltsstoffe in Handy hinweisen.

Nun hat sich also auch die zweite Parlamentskammer Frankreichs mit dieser besonderen Thematik auseinander gesetzt. Der französische Senat hat nun zunächst den Beschluss gefasst, dass Werbung für neue Handys in den Medien nicht mehr zulässig sein soll, sofern sich die Medienaktionen gezielt an die Altersklasse der Unter14jährigen richten. Im Grenelle 2, einem Teil des Umweltschutzgesetz Frankreichs, könnte der neue Gesetzesentwurf nun dafür sorgen, dass nicht nur an Grundschulen, sondern vor allem auch Kindergärten und den Mittelstufen des Landes die Nutzung von Handys untersagt wird.

Gedacht ist das Verbot für alle Franzosen im Alter unter 14 Jahren. Nicht nur die erwähnten Interessenverbände hatten immer wieder Bedenken gegen Handynutzung an Einrichtungen für den Nachwuchs, für die unterschiedliche Studien zu den Nebenwirkungen der Handys selbst und der zunehmend ausgebauten Mobilfunkenetze das Fundament bilden. Auch in der Bevölkerung Frankreichs selbst nehmen die Sorgen zu, dass die beim Mobilfunkgebrauch auftretenden elektromagnetischen Strahlungen gesundheitliche Schäden nach sich ziehen könnten. Somit wird der Senat mit der Korrektur des bisherigen Umweltschutzgesetzes seiner Stellvertreterfunktion für die Bürger gerecht.

Doch nicht nur der Schutz der Heranwachsenden soll in der Ausweitung des Gesetzes Rechnung getragen werden. So sollen auch erwachsene Arbeitnehmer verstärkt gegen mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen geschützt werden. So will der Gesetzgeber für französische Unternehmen Freisprecheinrichtungen zur Pflicht machen, wenn Mitarbeiter tagtäglich viele Gespräche via Handy führen müssen. Um die Gesetzesnovelle in Kraft treten zu lassen, muss sich nun die französische Nationalversammlung der Auffassung des Senats anschließen.

Komplikationen bei der Umsetzung der Gesetzespläne erwarten Beobachter der Entwicklungen in Frankreich nicht, da die erste Parlamentskammer aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls die Bedenken der Verbraucher in dieser Sache teilen wird. Zeigen wird sich bei dieser Entscheidung nun auch, wie groß der Einfluss der Mobilfunk-Lobby in Frankreich ist. Großen Einfluss auf ähnliche Gesetzesänderungen in anderen europäischen Ländern wie etwa Deutschland – denn auch hier gibt Forderungen nach strikteren Kontrollen der Mobilfunkbetreiber und Verboten an bestimmten Orten wie eben Schulen – sprechen die Insider den Ergebnissen in Paris allerdings eher nicht zu.

 

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    1. ingo sagt:

      Tja, in Frankreich scheint die große Angst vor der Strahlung nun angekommen zu sein. Ich frage mich wie lang es noch dauert bis sie auch bei uns anfangen zu schreien.

      Meine Meinung dazu: Wir hätten längst alle Krebs, wenn die Strahlung so eine Gefahr wäre wie viele sagen…

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