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Okt 12

Wie schon die Unternehmen in Frankreich hinsichtlich der Verbotspläne für die Nutzung von Mobiltelefonen an Schulen sind auch die deutschen Mobilfunk-Betreiber in Deutschland angesichts der aktuellen Forderungen der Grünen nicht unbedingt ausnahmslos angetan. So fordert die Partei aktuell weitere Maßnahmen von den Mobilfunkanbietern, durch die sich der Diebstahl von Handys in Deutschland zukünftig weniger lohnen könnte. So erwarten die Grünen – wie Fraktions-Vize-Vorsitzende Bärbel Höhn – von den Herstellern, dass sie ihren Kunden die Chance einer Sperrung der den Handys eigenen Identifikationsnummern anbieten.

Das Fundament der Forderungen bilden diesbezüglich die guten Ergebnisse, die mit diesen Sperrungsmechanismen bereits seit einer ganzen Weile in Ländern wie Australien und Großbritannien erzielt werden können. In Deutschland sehen die Grünen einmal mehr die Kosten für diesen speziellen Service zum Wohle der Kundschaft als Grund für die währende Zurückhaltung der Anbieter. Aus Sicht der Grünen-Politikerin Höhn stellen die Mobilfunk-Konzerne mit diesem Verhalten einmal mehr ihre Verbraucherfeindlichkeit unter Beweis.

Sollte dieses Verhalten auch weiterhin Bestand haben, könnte möglicherweise ein neues Gesetz oder eine Nachbesserung beim deutschen Telekommunikationsgesetz zu einem entsprechen Passus zum Schutz der Verbraucher schaffen. Mit ihrer Position sind die Grünen im Moment nicht allein. Auch bei der GDP, der Deutschen Gewerkschaft der Polizei spricht man sich dafür aus, verstärkt auf Prophylaxe zu setzen, um dem Handydiebstahl vorzubeugen. Dass die Sperrung der Handy-Identifikationsnummern ein wesentlicher Schritt für mehr Kundenunterstützung für den Ernstfall wäre, darin ist man sich bei Gewerkschaft und Grünen einig.

Der Grund für die Zunahme solcher Delikte, bei denen die Handybesitzer ausgeraubt werden, sei vor allem darin zu finden, dass die modernen Geräte ständig besser und somit wertvoller würden. Der Handel mit gestohlenen Handys auf dem Schwarzmarkt boomt weiterhin erheblich. Pro Jahr werden nach Prognosen von Kriminalitätsexperten mittlerweile allein in Deutschland rund 300.000 Mobiltelefone gestohlen. Außer der Möglichkeit, die eigene SIM-Karte sperren zu lassen, fehlt es den Verbrauchern bisher an den geeigneten Schutzmöglichkeiten. Auf diese Weise wird jedoch faktisch nur die Karte, nicht jedoch das Mobiltelefon unbrauchbar. So verliert der Diebstahl des Handys kaum an Reiz. Die Netzanbieter ihrerseits sehen den Vorstoß der Grünen ausgesprochen kritisch. Dort weist man auf die guten Möglichkeiten der SIM-Karten-Sperrung hin.

Denn wenn auch das Handy abhanden kommt, mit der Sperrung der Karten ist der wichtigste Schritt getan: Denn so verhindern die Nutzer, dass die Kosten durch unbefugte Nutzung nicht astronomische Höhen erreichen. Hinzu komme, dass aus technischer Sicht die Sperrung der IMEI-Gerätenummern komplizierter sei, als es sich die Fürsprecher der Regelung für Handys und Smartphones vorstellten. Sinnvoller schätzt man bei den Betreibern ein Konzept ein, mit dem die Verkaufsmöglichkeiten für die Diebe auf internationaler Ebene erschwert werden. Vorstellbar sei etwa eine Datenbank für die Länder in Europa. Bisher ist Vodafone der einzige Anbieter in Deutschland, der seiner Kundschaft eine IMEI-Sperrung anbietet, ohne dafür etwas zu verlangen.

 

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