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Feb 13

Mit Studien ist es gerade in solchen Bereichen immer etwas kompliziert, in denen Milliardenumsätze gemacht werden. Und so sollten die Verbraucher beim Studium der Auswertung von Studien zum Thema Mobilfunk besonders sorgfältig lesen, was eigentlich genau der Inhalt und die Grundaussage der Forschungsergebnisse sind. Für diese nötige Verhaltensweise spricht aktuell eine Studie des Highway Loss Data Institute, die sich mit dem Thema Telefonieren am Steuer auseinander setzte und schon in der vergangenen Woche in den einschlägigen Medien quasi dazu missbraucht wurde, festzustellen: Das Handy-Verbot hat eigentlich keinen Einfluss darauf, wie viele Unfälle es im Straßenverkehr gibt.

Das besagte Institut hatte analysiert, wie sich die Unfallzahl in den US-Bundesstaaten, Kalifornien, District of Columbia, Connecticut und nicht zuletzt auch im Staat New York verändert hatte, nach dem das Verbot für die Handy-Nutzung am Steuer in Kraft getreten waren. Mit dem Ergebnis, dass die eigentliche Unfallzahl vergleichsweise konstant geblieben ist. Der Vergleich mit anderen Bundesstaaten ohne ein entsprechendes Verbot brachte keine klaren Aussagen bezüglich des Nutzens eines Handyverbotes. So jedenfalls die Formulierungen in vielen Artikeln, die sich gegen ein Verbot aussprechen.

Wenn man jedoch etwas genauer hinsieht, fällt ein Satz des Präsidenten des Highway Loss Data Institute ins Auge. Präsident Adrian Lund gibt nämlich zu bedenken, dass die gleich bleibende Zahl der Unfälle aller Wahrscheinlichkeit nach damit erklärt werden kann, dass die Autofahrer nach dem Verbot verstärkt auf Freisprechanlage für das mobile Telefonieren setzen. Wie die deutsche DEKRA hält auch das US-Institut an der These fest, dass nicht nur das Telefon am Ohr ein erhebliches Sicherheits- und Unfallrisiko darstellt. Die Autofahrer konzentrieren sich schlicht auch beim Einssatz einer Freisprechanlage eher auf das Gespräch denn auf den Straßenverkehr.

Vor allem wenn die Telefonierer beim Wählen einer Nummer oder zur Annahme eines Gesprächs auf das Handy schauen, steigt die Unfallgefahr nach Meinung der DEKRA-Experten deutlich. Ganz abgesehen davon, dass einer Umfrage der DEKRA zufolge trotz drohender Bußgelder durch die Polizei nach wie vor etwa 20 Prozent der deutschen Autofahrer ganz klassisch das Handy am Ohr haben bei Telefonieren während der Fahrt. Weitaus näher liegender als die Kritik am Handy-Verbot ist also der US-Studie entsprechend die Verhängung eines generellen Handyverbots für Autofahrer während der Fahrt.

Multitasking ist eben doch nicht jedermanns Sache, doch nur in wenigen Bereichen kann der Preis für diese Einsicht so hoch sein wie bei der Handy-Nutzung am Steuer. Laut Highway Loss Data Institute kann man sich die Ausgabe für die Freisprecheinrichtung jedenfalls wenigstens in Punkto Sicherheit sparen. Rein rechtlich lohnt die Anschaffung auf jeden Fall, wenn man das erhöhte Risiko eines Unfalls in Kauf nimmt. Interessenverbände fordern längst nicht nur in Deutschland die Schaffung eines generellen Handyverbots im Straßenverkehr für Fahrer. In den USA macht man in Studien derweil in rund 80 Prozent aller so genannten Fahrzeugfälle die Ablenkung des Fahrers oder der Fahrerin für den Unfall verantwortlich. Dort sterben pro Jahr etwa 26.000 Menschen infolge von Verkehrsunfällen.

 

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