Die Mobilfunkbetreiber haben sich seinerzeit vermutlich schon über die Realisierung des Handy-Verbots im Straßenverkehr geärgert. Immerhin geht ihnen in dieser Zeit (bei Kunden, die sich kein Headset oder eine Freisprecheinrichtung gönnen können oder wollen) insgesamt gesehen viel Zeit verloren, in der die Kunden nicht telefonieren und somit auch nichts in die Kassen bringen. Neben der Verkehrsgefährdung durch den Einsatz vom Handy am Steuer weisen Forscher zudem immer wieder auf die möglichen Gesundheitsrisiken durch die Strahlung von Sendemasten und die Handys selbst hin.
Doch die Forscher gehen jetzt noch einen Schritt weiter. An der renommierten Temple University hat man sich nun mit der Frage befasst, ob das Tippen von SMS auf Handys Einfluss auf die Gesundheit der Nutzer hat. Mit einem recht eindeutigen Ergebnis: SMS-Schreiben auf dem Handy bringt tatsächlich unter gewissen Umständen gesundheitliche Nachteile. Aus orthopädischer Sicht sind in der Studie Beeinträchtigungen des Tipp-Arms zu beobachten gewesen, die auf eine schlechte Körper- und Armhaltung der Probanten zurückgeführt wird.
Es ist nur nahe liegend, dass insbesondere diejenigen betroffen sind, die nur Gruppe der Viel- und Dauersimser gehören. Die so genannte American Public Health Organisation weist in einer kürzlich veröffentlichten Studie als Ursachen die raschen Bewegungen der Finger bei den Schnellschreibern sowie das zu geringe Bewegungspensum in den Schulter- und Rückenpartien aus. Die Forscher der besagten Uni hatten ihrerseits mithilfe von Infrarot-Kameras die genauen Bewegungsabläufe der Studienteilnehmer durchleuchtet. Auch den Puls der Probanten hatte man erfasst.
Dass bewegungsarme Arbeiten an Computer bei den meisten Berufstätigen früher oder später zu Rückenschmerzen und anderen körperlichen Beschwerden, ist nichts Neues. Dass aber nun auch das SMS-Schreiben für Handy-Nutzer mit hohen gesundheitlichen Risiken verbunden ist, war neu für die Wissenschaftler. Betroffen sind vor allem Schultern und in den Regionen am Hals. Dramatisch könnte dieses Ergebnis als Prognose für die Menschen haben, die sowohl häufig Kurznachrichten schreiben als auch am Rechner arbeiten müssen.
Eine echte Doppelbelastung, der auf lange Sicht wie so oft wohl nur regelmäßiges sportliches Entgegenwirken begegnet werden kann. Oder durch den Verzicht auf den Versand von Kurznachrichten. In gewisser Weise beruhigend ist die Erkenntnis, dass die Teilnehmer der US-Studie monatlich Mengen im deutlichen vierstelligen Bereich verschickten. Derartige Volumina erreicht die Mehrheit der Handy-Nutzer vermutlich eher nicht. Selbst bei der Buchung einer Flatrate sind solche Mengen kaum wahrscheinlich.
12. November 2009 um 15:00
Dann werden bei den Amis bald Warnhinweise auf den Handys stehen müssen. So in der Art “Simsen gefährtet Ihre Gesundheit”. Auf die Coffee to go Becher werden ja auch Warnhinweise angebracht, damit sich keiner verbrennt und eine Klage einreicht.