Schon seit einigen wird immer wieder über die umfangreichen Tests berichtet, die von Herstellern in aller Welt im Bereich der Technologie LTE durchgeführt werden. Denn jeder möchte zu den ersten gehören, die ihren potentiellen Kunden den Einstieg ins neue Hochgeschwindigkeitsnetz beim Mobilfunk ermöglichen. Das Akronym LTE steht für Technologie Long Term Evolution, die gerne als vierte Generation des Mobilfunkstandards 4G bezeichnet wird und schon bald den Sachen Geschwindigkeit im Gegensatz zur neuen Technik in fast bedächtig wirkenden DSL-Standard ablösen soll.
Wenigstens in der Theorie träumen die Provider von Raten beim Download von maximal 300 Megabit pro Sekunde, der Upload könnte es auch bis zu 150 Megabit je Sekunde bringen. Revolutionieren soll das kommerzielle LTE-Netz sowohl die Computernutzung am heimischen Rechner als eben auch die Handynutzung im mobilen Internet. 2010 war ohnehin als das Jahr vorhergesagt worden, in dem die Technologie nach den zahlreichen Tests endlich Marktreife erreichen könnte. Erwartet werden allerdings zunächst Übertragungsraten von etwa 100 Mbit/s.
Nun macht der japanische Hersteller NTT DoCoMo schon Wochen vor dem Start des Mobile World Congress auf sich aufmerksam. Genauer gesagt ist es der Partner NEC, der für die Messe Mitte März im spanischen Barcelona die Vorstellung des weltweit ersten LTE-Handys ankündigt. Während der Präsentation will man über das Handynetz ein hochauflösendes HD-Video (ein Prototyp, wie es in den Berichten heißt) empfangen. Investieren will der Hersteller NTT umgerechnet etwa drei Milliarden Euro in den kommenden fünf Jahren, um die Technologie LTE und die Netze für den Einsatz der Handys weiter auszubauen und den Kunden möglichst bald erschwingliche Endgeräte anbieten zu können.
Der im LTE-Gerät integrierte Chipsatz wurde in Zusammenarbeit namhafter Unternehmen entwickelt. Neben NTT und NEC sind auch die Firmen Fujitsu und Panasonic mit an Bord. Das erste Modell der Serie habe man bereits im vergangenen Herbst fertig stellen können. Der Prototyp aus dem Hause NTT DoCoMo soll im Upload die Grenze von 100 Megabit pro Sekunde durchbrechen können. Was die Entwicklung des Unternehmens angeht, ist NTT allerdings nur der erste Anbieter, der die Präsentation eines entsprechenden Gerätes ankündigt.
Denn Mitbewerber wie Ericsson und LG wollen angeblich ihrerseits in den kommenden Monaten Endgeräte herausbringen, die auf Basis von LTE arbeiten. Dem mobilen Web könnten also noch 2010 Beine gemacht werden. Gerade für einkaufsfreudige Handy-Nutzer und Anwender mit Vorliebe für soziale Netzwerke oder das Downloaden von Mp3 und Videos auf Smartphone und Handy werden von den neuen Möglichkeiten profitieren können.
