Telekommunikation
Werbung
SMS verschicken
Sofort SMS senden
Suche
Nov 09

Es war bereits absehbar gewesen, dass die geplante erneute Versteigerung der mittlerweile nicht mehr anderweitig benötigten Frequenzen im deutschen Funknetz im kommenden Jahr nicht so entspannt vonstatten gehen würde, wie es sich die Experten bei der Bundesnetzagentur zunächst wohl vorgestellt und gewünscht hatten. An den Planungen für die Auktion, an der die deutschen Mobilfunkbetreiber teilnehmen können, hält bei der Behörde auch weiterhin fest. Dass die Versteigerungen allerdings vollkommen reibungslos über die Bühnen gehen können, ist in der momentanen Phase erst einmal mehr unwahrscheinlich.

Denn nun hat sich EU-Kommission eingemischt. Nach eigenen Aussagen will die Kommission den Ablauf einstweilen unterbinden, bevor nicht weitere eingehende Überprüfungen der genauen Modalitäten für die Vergabe stattgefunden haben. Das berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe. Ein so genanntes Vertragsverletzungsverfahren soll nun bei der Kommission der Europäischen Union für Klarheit sorgen, ob die geplante Abwicklung im nötigen ausgewogenen System durchgeführt werden soll.

Derzeit existieren bei der Kommission angeblich gravierende Bedenken, dass alles seriös und neutral geregelt ist. In der Kritik steht in Brüssel in erster Linie, dass der Bund sich zunächst vor allem darum kümmere, die Einnahmen aus der Versteigerung so hoch wie irgend möglich zu gestalten. Dieses Vorgehen sei jedoch schon aus einem einfachen Grund nicht der richtige Weg: Für die beiden großen Netzbetreiber Vodafone und T-Mobile seien die zu erwartenden Konditionen vielleicht finanzierbar. Im Falle von O2 und E-Plus – den beiden deutlich kleineren Anbietern auf dem deutschen Mobilfunkmarkt – könnte die angestrebte „Gewinnoptimierung“ der Bundesregierung aber dazu führen, dass die Chancen auf den Zuschlag bei den freien Lizenzen vergleichsweise schlecht.

Die beiden Betreiber E-Plus und O2 hatten bereits ihrerseits diese Geschäftspolitik des Bundes kritisiert, bei der sie sich deutlich übervorteilt sehen. Denn die Deutsche Telekom und der Mitbewerber Vodafone sind bereits im Besitz eines Frequenzspektrum, dass ihnen bei der Versorgung der Kunden technische Vorteile verschafft, insbesondere im Bereich des mobilen Webs. Für die kleineren Anbieter ist klar, dass die geplante Auktion erneut den Marktführer die besten Frequenzen sichern kann. Und genau deshalb sie die EU-Kommission nun auch Handlungsbedarf, denn die Vergabe der Frequenzlizenzen ist von Rechts wegen grundsätzlich in neutraler Form zu garantieren.

Ob die Beschwerden von O2 und E-Plus nun in Kombination mit dem Prüfungsvorgang bei der EU grundsätzlich zum Ende der Planungen führen wird, ist momentan nicht absehbar. Damit hat die Bundesregierung die Konsequenzen dafür zu tragen, dass sie die direkten Einsprüche und die Beschwerde bei der Bundesnetzagentur nicht berücksichtigte. Schlimmstenfalls könnte der Termin für die Vergabe nun vom kommenden Frühjahr auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Schaden könnte dies nun indirekt den Verbrauchern in ländlicheren Regionen Deutschlands, die mit den freien Frequenzen endlich wenigstens schrittweise in den Genuss einer digitalen Grundversorgung kommen sollten.

 

ähnliche Beiträge

  • » Microsoft erleichtert mit My Phone Synchronisation von Handy-Daten
  • » 4G soll mobiles Internet in neue Dimensionen bringen
  • » Redcoon bietet Kunden nun selbst mobiles Internet an
  • » O2-Kunden: Internet-Schnuppermonat fürs Handy
  • » O2: Mobiles Internet auch im Prepaid Verfahren
  • Keine Antworten zu “EU-Kommission prüft Auktionspläne der Bundesnetzagentur für Frequenzvergabe”

    1. Igor sagt:

      Also ich finde diese ganze Frequenzen-Geschichte schon eine ziemliche Geldmacherrei Seitens der Regierung. Wenn man bedenkt dass für die UMTS-Lizenzen damals fast 100 Mrd. Dmark bezahlt wurden könnte einem schwindelig werden! Wie kommen die eigentlich auf die Idee das Luft so viel Wert sein kann?!

    Einen Kommentar schreiben